fri Brüssel. Erfreut nehmen die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren und andere Ehrenamtliche immer wieder zur Kenntnis, dass sie von Politikern vollen Herzens gelobt werden. In ihrer Wertschätzung für die unbezahlten Helfer sind sich die Volksvertreter über alle Parteigrenzen und Ebenen hinweg einig. Ist ja auch eine günstige Lösung, denn die Lippenbekenntnisse kosten nichts, bringen aber immer wieder den ersehnten Beifall und wahrscheinlich auch ein paar Wählerstimmen.

Während also deutsche Politiker ehrenamtliches Engagement in der Regel zumindest nicht behindern, sieht das in der Europäischen Union vielleicht bald anders aus. In Brüssel gibt es Pläne, ehrenamtliche Tätigkeiten auf die gesetzlich festgelegte maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden anzurechnen. Sollte dies beschlossen werden, dann steht nicht nur der Dienst in den Freiwilligen Feuerwehren in Frage. Eine entsprechende Vorgabe würde das Engagement der Bürger in allen Hilfsorganisationen, Sportvereinen, sozialen Einrichtungen und vielen anderen Bereichen weitgehend unmöglich machen.

Die geplanten neuen Arbeitsrichtlinien werden noch diskutiert. Falls sie in der vorliegenden Form dem Europaparlament zur Abstimmung vorgelegt werden, sind die Volksvertreter am Zug. Aber kein Ehrenamtlicher sollte nur einen Moment auf deren Verstand vertrauen...