Donnerstag, 19. September 2019

Regionsfeuerwehrbereitschaft V aus der Region Hannover zu Gast in Dannenberg

Dannenberg (hbi) Viele haben sich am vergangenen Wochenende gewundert, einige haben in den sozialen Medien und auch bei uns direkt nachgefragt, was die vielen Feuerwehrautos aus Hannover bei uns im Landkreis machen. Die Regionsfeuerwehrbereitschaft V aus der Region Hannover besuchte unseren schönen Landkreis, besonders die Feuerwehr Dannenberg, um hier eine Bereitschaftsübung mit dem Schwerpunkt „Hochwasser und Deichverteidigung“ durchzuführen. Hierzu reisten die Kameradinnen und Kameraden bereits am Freitag in Dannenberg an, wo sie ihr Nachtlager in der Sporthalle der Grundschule Dannenberg bezogen.

Lage
In Folge von langanhaltenden Regenfällen reduzierte sich der Zulauf der Jeetzel in die Elbe deutlich. In Erwartung weiterer Wassermassen wird angenommen, dass die Deichkrone nicht ausreicht, um die Jeetzel in ihrem Verlauf zu halten. Durch die Bauweise „älteren“ Standards besteht zusätzlich die Gefahr, dass Teile des Deiches wegruschten. Die Bauweise des sogenannten Altbinnendeiches begünstigt bei einem hohen Wasserstand eine hohe Sickerlinie. Der Landrat des Landkreises Lüchow-Dannenberg rief am 29.08.2019 den Katastrophenalarm für das Kreisgebiet aus. Über die Polizeidirektion Lüneburg wurde für den Einsatzabschnitt Dannenberg die Regionsfeuerwehrbereitschaft 5 (Burgwedel, Isernhagen, Langenhagen, Wedemark) zugeteilt.

Einsatzauftrag
Seit dem frühen Samstagmorgen sind 123 Einsatzkräfte mit 28 Fahrzeugen im Hochwassergebiet. Bei sommerlichen Temperaturen von über 30 Grad galt es den Deich auf einer Länge von 550 m um 50 cm aufzukadern. Zwei der vier Züge der Regionsfeuerwehrbereitschaft wurde eingesetzt um 16.000 Sandsäcke zu befüllen. Ein weiterer Zug leuchtete den Deich aus. Der vierte Zug stellte die Verpflegung der eigenen Einsatzkräfte sicher. Ferner kontrollierten zwei Deichläufer regelmäßig den Deich. Mit Stäbchen wurden Sickerstellen markiert.

Die sechs Funktionen des Einsatzstabes wurden durch Holger Bauer, Fachberater für Hochwasser und Deichverteidigung der Region Hannover, ergänzt. In seiner Funktion konnte er Empfehlungen in Bezug auf benötigte Mengen an Sand und Säcken geben und beispielsweise den richtigen Verbau der Sandsäcke überwachen.

Maßnahmen während der Übung
Die fünf Regionsfeuerwehrbereitschaften werden regelmäßig zur Unterstützung von anderen Landkreisen angefordert. Einmal im Jahr wird deshalb die Bewältigung größere Einsatzlagen innerhalb der Bereitschaftsstruktur geübt. Die Komplexität der Einsatzlagen setzt eine funktionierende Kommunikation voraus. Die Kommunikation vom Stab in die Züge läuft über den Einsatzleitwagen 2, der ein- und ausgehende Meldungen verarbeitet und an die zuständigen Stellen weiterleitet. Während der Übung wurden 1.000 Sandsäcke mit einem Volumen von etwa 15 Kubikmeter Sand befüllt. Im Anschluss wurde der korrekte Verbau der Sandsäcke geübt.
Die Übung wurde von Seiten des Gastgebers unter anderem durch Stefan Schmidt, Bereitschaftsführer der Kreisfeuerwehrbereitschaft 2 - Umwelt des Landkreises Lüchow-Dannenberg, und Thomas Schmidt (Ortsbrandmeister Feuerwehr Dannenberg) geplant und vorbereitet. Zusammen mit sieben Einsatzkräften der Ortsfeuerwehr Dannenberg wurde die Übung begleitet. Alle Dannenberger Einsatzkräfte verfügen über langjährige Einsatzerfahrung in der Deichverteidigung. Das Wissen über die richtige Befüllung, Transport und den schlussendlichen Verbau auf dem Deich konnte so vermittelt werden. Zuletzt wurde im Landkreis Lüchow-Dannenberg im Jahr 2013 einen hochwasserbedingten Katastrophenalarm ausgelöst.

Im Realfall können bei dem o.g. Kräfteansatz im Optimum 200 m Aufkaderung erreicht werden. Dieser Optimalfall ist jedoch abhängig von vielfältigen Einflüssen. Ein Einfluss kann beispielsweise die Wetterlage sein. Während der Übung zeigte sich, dass bei der körperlichen und schweißtreibenden Arbeit der regelmäßige Austausch von Einsatzkräften erforderlich ist. Des Weiteren können Verfügbarkeiten von Materialien (Sand, Säcke, Paletten, etc.) die Einsatzlage verändern. Der Einsatzstab in seiner koordinierenden Funktion reagiert entsprechend auf alle Einflüsse und organisiert Abhilfe.

All diese Situationen und Begebenheiten konnten die Kameradinnen und Kameraden aus der Region Hannover am vergangenen Samstag bei uns üben, bevor sie am Abend wieder die Heimreise antraten. Wir bedanken uns für den Besuch und freuen uns auf ein Wiedersehen – nur bitte nicht im Rahmen eines echten Hochwassers, denn darauf möchten wir doch alle verzichten.

Fotos: Stephan Bommert, Pressesprecher Stadtfeuerwehr Langenhagen (Region Hannover)

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Quelle: Deutsche Wetterdienst
Letzte Aktualisierung 01/01/1970 - 01:00 Uhr

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