Dannenberg (hbi) Am vergangenen Samstag trafen die Orts- und Gemeindebrandmeister der Freiwilligen Feuerwehren in Lüchow-Dannenberg mit den Führungskräften und Funktionsträgern der Kreisfeuerwehr zur großen Dienstversammlung im Fritz-Reuter-Gymnasium in Dannenberg zusammen. Bei den Jahresberichten wurde schnell klar: die Feuerwehren entwickeln sich in einem nie dagewesenen Reformtempo weiter.
Gut 2.800 ehrenamtliche Einsatzkräfte engagieren sich in den 64 Ortsfeuerwehren im Landkreis – auf den ersten Blick sind das ca. 90 Feuerwehrleute weniger, als im Vorjahr. Doch der Schein trügt. Grund für diesen Eindruck ist eine korrigierte Zählweise, wie Kreisbrandmeister Henning Peters erläutert. Denn: in der Vergangenheit wurden sog. Doppelmitgliedschaften – also Einsatzkräfte die in zwei Wehren aktiv sind – auch doppelt gezählt. Dies hat man nun korrigiert. Bliebe man bei der alten Zählweise, hätte sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert, die Personallage bleibt also stabil.
Das machen auch die Zahlen der Kreisausbildung deutlich: Insgesamt mehr als 850 Einsatzkräfte absolvierten im vergangenen Jahr verschiedene Lehrgänge an der FTZ in Dannenberg, rund 150 Teilnehmende besuchten die Lehrgänge an den Landeseinrichtungen in Celle bzw. in Loy.
Auch die Einsatzlage blieb stabil – zumindest bei den Brandeinsätzen. Erfreulicherweise sei aber die Anzahl der ausgelösten Brandmeldeanlagen um etwa 30% zurück gegangen, so Peters. Im Gegenzug dazu wurden die Feuerwehren aber häufiger zu Vegetationsbränden alarmiert. Die Hilfeleistungseinsätze hingegen sind um fast 14% angestiegen, was in erster Linie an der gestiegenen Anzahl der Amtshilfe-Einsätze liegt. Insgesamt rund 80mal rückte die Feuerwehr aus, um Polizei oder Rettungsdienst bei ihren Aufgaben zu unterstützen.
Die erwähnten Reformen werden besonders mit Blick auf die Kreisfeuerwehrbereitschaft deutlich. Hier wurden bereits in den letzten Jahren die Einheiten Wasserrettung und Höhenrettung als Teil der Kreisfeuerwehrbereitschaft aufgelöst. Im vergangenen Jahr ist der ehem. vierte Zug (Verpflegung) in eine neue Katastrophenschutz-Einheit überführt worden. DRK und Feuerwehr stellen nun gemeinsam den „Fachzug Verpflegung, Logistik und Eigenschutz“, wie Peters berichtete. Der sog. „KFB-Erlass“ des Landes Niedersachsen stellt die Feuerwehren in Lüchow-Dannenberg vor große Herausforderungen. Dieser sieht die überwiegende Verwendung von Großfahrzeugen (bspw. Löschgruppenfahrzeuge) in den Bereitschaften vor, welche aber in Lüchow-Dannenberg gar nicht in übermäßiger Zahl vorhanden sind. Die Mehrheit unserer Feuerwehren ist mit sog. Tragkraftspritzenfahrzeugen (TSF/TSF-W) ausgerüstet, auf die verhältnismäßig wenigen Großfahrzeugen können wir nur schwer verzichten.
Eine weitere Neuheit sind die landesweit aufgestellten Spezialeinheiten zur Waldbrandbekämpfung. Hier bilden die Landkreise Lüchow-Dannenberg und Lüneburg gemeinsam die Einheit GFFF-V 4. Seit dem vergangenen Jahr ist diese Einheit nun komplett ausgerüstet und für Einsätze in ganz Deutschland einsatzbereit. Ebenfalls in einem Reform-Prozess befindet sich die Facheinheit für Gefahrguteinsätze auf Kreisebene. Nachdem vor wenigen Jahren der Status der „Kreisfeuerwehrbereitschaft“ entfiel, wurde die Einheit jetzt erneut umstrukturiert und operiert fortan als „Fachzug Gefahrgut“ – bestehend aus den Fachgruppen Messen und Spüren, Gefahrenabwehr und Dekontamination Personen.
Ebenfalls in einem fortlaufenden Erneuerungsprozess befindet sich die Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) in Dannenberg. Nachdem die ersten beiden Bauabschnitte fertig gestellt waren, wurde im vergangenen Jahr der bekannte Schlauchturm gesprengt. Aktuell laufen die Bauarbeiten am dritten und letzten Bauabschnitt, wie Peters berichtete.
Landrätin Dagmar Schulz dankte in ihrem Grußwort allen ehrenamtlichen Feuerwehrleuten im Landkreis und fand mahnende Worte. Aufgrund der steigenden Gefahr von Extremwetterlagen, aber auch wegen der veränderten geopolitischen Situation verändert sich das abstrakte Gefahrenbild schnell und merklich. Daher sprach die Landrätin von „neuen Bedrohungsszenarien“. Deshalb stünde sie „voll und ganz hinter den Feuerwehren, sie haben eine hohe Priorität“.
Insgesamt wurden 15 Führungskräfte auf der Versammlung befördert:
zu Oberlöschmeistern wurden befördert:
- Niels-Christopher Schmedt (LM, FF Clenze) – Kreisfeuerwehrbereitschaft
- Jonathan Seide (LM, FF Gusborn) – GFFF-V 4
zu Brandmeistern werden befördert:
- Christian Lippe (HLM, FF Tüschau-Krummasel) – Kreisfeuerwehrbereitschaft
- Markus Konau (HLM, FF Lüchow) - Kreisfeuerwehrbereitschaft
zu Oberbrandmeistern werden befördert:
- Peter Burkhardt (BM, FF Gartow) – SG Gartow
- Michael Hamann (BM, FF Clenze) – Kreisfeuerwehrbereitschaft
- Detlev Immig (BM, FF Lüchow) – Techn. Einsatzleitung
- Nils Langkopf (BM, FF Bergen/Dumme) – SG Lüchow (Wendland)
zu Hauptbrandmeistern werden befördert:
- Thomas Constabel (OBM, FF Lüchow) – stv. Kreisbrandmeister
- André Becker (OBM, FF Gorleben) – SG Gartow
zu Ersten Hauptbrandmeistern werden befördert:
- Holger Bannöhr (HBM, FF Damnatz) – SG Elbtalaue
- Wolfgang Gätjens (HBM, FF Künsche) – SG Lüchow (Wendland)
- Tobias Hundt (HBM, FF Lübbow) – SG Lüchow (Wendland)
- Matthias Linde (HBM, FF Jameln) – SG Elbtalaue
- Manuel Maury (HBM, FF Gartow) – SG Gartow

Ebenso wurden Führungskräfte in der Kreisfeuerwehr nach Ablauf ihrer Dienstzeit für eine weitere Amtsperiode bestätigt bzw. neue Führungskräfte - z.T. in Abwesenheit - bestellt:
- Niels-Christopher Schmedt, OLM (FF Clenze) – stv. ZgFhr. 1. Zug KFB
- Nina Plötner, BM’in (FF Schnackenburg) – 1. stv. Kreisjugendfeuerwehrwartin
- Timo Burmester, OBM (FF Gusborn) – Kreisfloriangruppenwart
- Manuela Mette, OFF (FF Hitzacker) – 1. stv. Kreisfloriangruppenwartin
- Alina Heise, FF (FF Gorleben) – 2. stv. Kreisfloriangruppenwartin
- Thomas Kiszkiel, EHFM (FF Dannenberg) – Kreissicherheitsbeauftragter
- Lukas Traple, OLM (FF Bergen/D.) – Leiter Sachgebiet 1 ZFE
- Christian Wagner, OBM (FF Bösel) – Leiter Sachgebiet 2 ZFE
- Christian Juskowiak, OBM (FF Bergen/D.) – Leiter Sachgebiet 4 ZFE
- Dietmar Steuernagel, HFM (FF Luckau) – Leiter Sachgebiet 5 ZFE






